Als im Jahr 1987 kein geringerer als Arnold Schwarzenegger in der Rolle des Major „Dutch“ Schäfer auf die Jagd nach einem unsichtbaren Alien ging, war den Erschaffern sicherlich nicht bewusst, dass genau diese Story auch im Jahr 2022 noch eine Fortsetzung erfahren wird. Ohne Arnie und weit vor der Zeit, dafür aber mit Amber Midthunder (Serie „Rosewell“ und „The Ice Road) und fantastischen Naturbildern.

STORY:

„Prey“ spielt vor 300 Jahren im Volk der Comanchen und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, Naru, einer wilden und talentierten Kriegerin. Sie wuchs im Schatten einiger der legendärsten Jäger der Great Plains auf. Als ihr Lager bedroht wird, macht sie sich auf den Weg, um ihr Volk zu schützen. Die Bedrohung, mit der Naru konfrontiert wird, entpuppt sich als ein hochentwickeltes außerirdisches Raubtier mit einem technischen Arsenal neuen Ausmaßes, was zu einem bösartigen und erschreckenden Showdown zwischen Naru und dem unbekannten Wesen führt

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Mal abgesehen davon, dass ich den mittlerweile zum Filmkult gewordenen Ursprungs-Predator schon damals ins Herz geschlossen hatte und Fortsetzungen nicht unbedingt meinen Nerv treffen konnten, so war ich irgendwie gute Dinge, dass diese Neustart es vielleicht tatsächlich bringen könnte. Amber Midthunder fand ich in „The Iced Road“ an der Seite von Liam Neeson schon ausgezeichnet und die Rolle der jungen Indianerin, die sie hier verkörpert passt gut. Zu Beginn kann man „Prey“ eher in die Kategorie Spielfilm mit ein bisschen Abenteuer einreihen, denn viel passiert nicht. Irgendwann wendet sich aber das Blatt und Mister Alien höchstpersönlich sorgt neben der Spannung auf für manch eine blutige Szene. Mit äußerster Brutalität nimmt er sich die Opfer vor und dennoch wirkt es nicht außergewöhnlich brutal, was letztlich wohl auch die Empfehlung „ab 16 Jahren“ begründet.

Die Story finde ich insgesamt OK, aber nicht überragend. Zu oft mischt sich hier die Familiendramatik und Zuneigung der Geschwister mit der eigentlichen Action und verweichlicht es ein wenig. Zu Zeiten von Arnie waren Gefühle hingegen eher Mangelware und man brauchte sie in diesem Genre auch nicht. So braucht man sich auch im Prequel nicht, aber das sah Autor Patrick Aison und Regisseur Dan Trachtenberg offensichtlich ein wenig anders. Midthunder als Naru spielt die absolute Hauptrolle und sämtliche Neben-Character (ausgenommen des Aliens) verschwinden eher in Bedeutungslosigkeit. Das trifft leider auch auf ihren Spielbruder Taabe (Dakota Beavers) zu.

Fans des Franchise werden einige tolle Hinweise zu anderen Movies gesehen haben. In „Predator 2“ aus dem Jahr 1990 tauchte eine besondere Pistole auf, deren unbekannte Herkunft nun durch „Prey“ aufgelöst wird. Wie bereits der berühmte Satz „I´ll be back“ hatte Schwarzenegger im ersten Teil auch einen Signature-Satz „Wenn es blutet, können wir es töten.“, der auch in diesem 5. Film der Reihe Verwendung findet.

SciFi-Horror USA, 2022
mit Amber Midthunder, Dakota Beavers, Stormee Kipp, etc.
Empfohlen ab 16 Jahren
Laufzeit: Ca. 100 Minuten
20th Century Fox/Disney
OT: „Prey“

Fazit:
Es ist endlich mal ein Prequel, welches die Erwartungen erfüllt und vor allem die Fans von „Predator“ wieder aufatmen lässt. Ein neuer Ansatz, der vielleicht in manchen Situationen ein wenig vom eigentlichen Action-Gedanken abweicht, aber mit Amber Midthunder eine tolle neue Hauptfigur hervorbringt. „Predator 1“ von 1987 ist eine Legende und „Prey“ ein interessantes Prequel mit Potential und noch ein bisschen Luft nach oben.