boost

Ein Booster und schon ist der Trainingstag gerettet? Ein Booster und die Kraft steigt ins Unermessliche? Leider ist es nicht ganz so einfach und man muss im Umgang mit Boostern einige Dinge beachten. Auch sollte man auf die Wahl des Supplements achten, denn nicht alles was krass aussieht ist es auch. Gilt natürlich auch umgekehrt. Hier seht ihr, wie man einen guten Booster erkennt und wie man damit umzugehen hat.

Was ist überhaupt ein Booster?

Ein Booster ist ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein so genanntes Supplement. Es soll die Motivation, den Fokus und auch die Leistungsfähigkeit eines Trainings ankurbeln und selbstverständlich auch steigern. Die Wirkstoffe können ganz unterschiedlich zusammengesetzt sein, doch in den meisten Fällen sind Koffein und Taurin wichtiger Bestandteil. Wie man ja von diesen Stoffen weiß, machen sie wach und pushen den Organismus. Sie boostern eben…! Hinzu kommen noch weitere Inhaltsstoffe mit unterschiedlichen Auswirkungen und Nützlichkeiten. Wichtig ist, jeder Mensch reagiert anders und daher ist nicht immer dieselbe Reaktion auf einen Booster zu erwarten.

Somit immer Vorsicht im Umgang mit dieser Art Aufputschmittel!

Unterschiedliche Booster-Arten

Es gibt verschiedene Arten von Pre-Workout-Boostern. Hier mal eine kurze Beschreibung der gängigsten Varianten im legalen Handel:

NO-Booster
Das „NO“ steht als Abkürzung für Stickstoffmonooxid. Es hat den Vorteil, dass es direkt im Körper freigesetzt wird und verschiedene Funktionen übernimmt. Als Eigenschaft im Booster ist wohl hauptsächlich die Erweiterung der Blutgefäße ausschlaggebend. Dies erzeugt ein „anschwellen“ der Muskulatur, in Gymkreisen auch „Pump“ genannt. Darüberhinaus reguliert es Immunfunktionen, Gewebestrukturierungen und mehr. Wichtig: NO ist absolut unschädlich! Die unterschiedlichen Produkte haben dazu weitere Zusatzstoffe und in der Regel eine recht beachtliche Portion Koffein, Guarana, Taurin, etc.

Klassische Booster
Ich bezeichne die wohl gängigste Form des Boosters hier als „klassischen Booster“. Hier verzichten die meisten Hersteller auf die außergewöhnlichen Inhaltsstoffe und konzentrieren sich auf den wesentlichen Effekt der Versorgung der Muskeln. Soll heißen, weder der „Pump“, noch das Aufputschen steht hier im Vordergrund. Wichtig ist, das der Körper während eines anstrengenden Trainings mit ausreichenden Notwendigkeiten versorgt wird und Leistung erbringen kann.

Stimulierende Booster
Ähnlich wie auch die NO-Booster, haben die stimulierenden Varianten aufputschende Inhaltsstoffe. Besonders beliebt ist da natürlich Koffein und vergleichbare Dinge. Es geht zwar auch um die Grundversorgung, doch soll diese Art des Boosters den Sportler in erster Linie wach machen, einen Fokus auf das Wesentliche erzeugen und die kurzfristige Leistungsfähigkeit steigern. Weitere Inhaltsstoffe können u.a. Arginin/Citrullin, Creatin und Beta-Alanin sein.

Illegale Inhaltsstoffe

Wer Bodybuilding betreibt wird bereits von diesen illegalen Substanzen gehört haben und jeder hat seine eigene Einstellung dazu. Fakt ist jedoch, sie sind illegal und das hat auch seinen Grund! Allen voran ist 1,3-Dimethylamylamin, oder auch Geranium genannt. Die Substanz war in der Vergangenheit unter anderem im Godfather aller Booster „Jack-3D“ enthalten, jedoch aufgrund des Todes zweier US-Soldaten durch eine angebliche Geranium-Überdosis und Untersuchungen, wurde dieser Stoff 2012 in Europa gänzlich verboten.

Tatsächlich gibt es auch in Deutschland noch Händler, die Booster mit diesem Inhaltsstoff unter der Ladentheke verkaufen. Meist sind es jedoch Fakes, die nur spannend gemacht werden, eben weil der Verkäufer sie aus dem Hinterzimmer zum Vorschein bringt.

Resultat: Man wurde nach Strich und Faden beschissen! Also besser gar nicht erst darüber nachdenken.

Wie wende ich einen Booster richtig an?

Kommen wir nun zur entscheidenden Frage! In der Regel finden sich auf den Verpackungen detaillierte Beschreibungen, wie und wann man einen Booster zu sich nehmen sollte. An dieser Stelle gebe ich aber eine deutliche Empfehlung!!! Wie schon oben beschrieben, ist nicht jeder Körper gleich und jeder reagiert unterschiedlich auf Inhaltsstoffe und Zusammensetzungen. Daher sollte man sich bei der Einnahme eines Pre-Workout-Boosters langsam an die Dosierung rantasten. Startet mit der Hälfte der angegebenen Menge und steigert lieber langsam. Wer zu viel will, der könnte durchaus Nebenwirkungen zu spüren bekommen.

Man sollte nicht vor jedem Training einen Booster konsumieren, denn der Körper ist nicht doof. Im Gegenteil, er gewöhnt sich daran und es bringt am Ende keinen wirklichen Effekt mehr. Wer nun glaubt, dass man dann einfach die Menge des Boosters erhöhen sollte, der liegt leider auch falsch. Viel hilft in diesem Fall leider nicht viel. Um die Wirkung eines Boosters optimal auszunutzen, sollte man verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen nutzen und ihn nur vor schweren Workouts größerer Muskelgruppen einsetzen.

Hat man einen Leg-Day vor sich, oder möchte man den Oberkörper in der bevorstehenden Einheit richtig fordern, dann ist der Booster genau richtig. Trainiert man ein bisschen Schultern oder macht ein lockeres Workout, dann braucht es keine Stimulanzien. Natürlich ist es auch empfehlenswert einen kleinen KickStart zu sich zu nehmen, wenn die Motivation im Keller oder man einfach müde ist.

Gibt es den Crash danach?

Es ist kein Geheimnis, dass nach dem Hoch auch ein Tief folgen kann. Manche Booster sind leider nicht frei von diesem ungewollten After-Workout-Effekt. Es fühlt sich an, als verliere man plötzlich jegliche Energie und wird eventuell sogar lustlos. Manche Booster machen gar aggressiv! Das muss aber nicht zwingend auftreten, denn auch hier gilt die alte Regel… nicht jeder Mensch ist gleich (ich glaub ich hab es schonmal erwähnt). Über das langsame Probieren und antesten der Menge kann man auch den Crash im Nachhinein ganz gut kontrollieren und entscheiden, bis wann es erträglich ist. Nochmal… ein Crash kann, muss aber nicht auftreten und bei vielen Produkten kommt es überhaupt nicht mehr vor.

Wichtige Inhaltsstoffe und was sie bewirken

Die Inhaltsstoffe sind nicht nur unterschiedlich, sondern auch in den variabelsten Mengen in den Produkten enthalten. Manche dieser Stoffe haben ihren Nutzen, manche sind aber auch nur Füllmenge und klingen einfach gut. Hier eine Auflistung der wichtigsten Stoffe, die in legalen Boostern vorkommen können und überwiegend auch sollten:

1) Koffein
Es ist schon mehrfach beschrieben und aufgrund der Wirkung eines Kaffees, weiß im Prinzip schon jeder was dieser Stoff auslöst. Doch Koffein kann noch mehr als nur aufputschen! Wissenschaftler haben bspw. bewiesen, dass eine Leistungssteigerung von 6% der Beinmuskulatur darauf zurückzuführen war. Somit ergibt sich neben der Wachheit noch eine Steigerung der Leistung! Doch trotzdem ist Vorsicht geboten, denn Koffein kann in großen Mengen sehr schädlich oder gar tödlich sein.

2) Creatin
Es ist sehr umstritten, ob es tatsächlich sinnvoll ist einen Booster mit Creatin zu bestücken. Unbestritten ist jedoch die Wirkung. Creatin sorgt definitiv für einen Leistungssteigerung, aber letztlich ist es völlig egal wann es zu sich genommen wird. Vorher, Nachher, nach dem Aufstehen… egal! Ist also kein zwingender Stoff, auf den es bei einem Booster ankommt.

3) Beta-Alanin
Was kann eigentlich Beta-Alanin? Diese Frage ist berechtigt… denn eigentlich soll es die Ausdauer der Muskulatur steigern. Macht es auch, wenn man es regelmäßig zu sich nimmt. Die einmalige Einnahme ist hingegen für den eigentlichen Trainingserfolg eher unspektakulär. Doch es löst nach Einnahme ein Kribbeln auf oder besser unter der Haut aus. Dieser Effekt ist für viele ein Zeichen, dass der Booster ankommt und beginnt zu wirken. Manche motiviert es, hat aber tatsächlich keinerlei positiven Ausschlag auf die Leistungssteigerung.

4) L-Tyrosin
Kommen wir zu einem wichtigen Stoff! L-Tyrosin ist eine nicht-essentiele Aminosäure und hat großen Einfluss auf den Stoffwechsel und auch auf die Leistungsfähigkeit. Der Körper stellt es im Prinzip in ausreichender Menge selbst her, doch kann man durch eine zusätzliche Supplementierung noch mehr erreichen. Wissenschaftler sprechen sogar von maximaler Leistungsfähigkeit. Aus Tyrosin wird im Körper u.a. Dopamin gebildet, welches die Konzentration und den Fokus fördert.

5) L-Citrullin
Dieser Stoff fördert die Kraftausdauer und steigert die Stickstoffmonoxid (NO)-Produktion im Körper. L-Citrullin Malat kommt daher häufig in Pro-Workout-Boostern vor und sorgt für eine bessere Durchblutung und für einen ordentlichen „Pump“.

6) L-Arginin
L-Arginin Ist im Prinzip ein ähnlicher Stoff mit ähnlicher Wirkung wie auch das L-Citrullin. Es hilft dem Körper beim gesteigerten Blutfluss und bei der Verteilung von Nährstoffen in der Muskulatur.

7) Magnesium
Es ist sicherlich nicht der Stoff, nachdem die meisten Konsumenten Ausschau halten, doch ist Magnesium ein guter Bestandteil eines Boosters. Es sorgt für eine bessere Versorgung der Muskulatur und beugt Ermüdung, Krämpfen und späterem Muskelkater vor. Nicht nur in Boostern, sondern in der täglichen Nahrungsaufnahme sollte Magnesium immer eine Rolle spielen.

8) Niacin
Es ist letztlich besser bekannt als Vitamin B3 und kommt in unheimlich vielen Boostern vor. Mal weniger, mal höher dosiert. Es erweitert die Blutgefäße und unterstützt ebenfalls den „Pump“ während dem Training. Doch Vorsicht bei einer Überdosierung! Hier können Schwindelgefühle, stark gerötete Haut und ein enormes Hitzegefühl ausgelöst werden. Es fühlt sich an und sieht aus wie ein Sonnenbrand – verschwindet aber nach 20-30 Minuten spurlos. Erfahrungen zeigen jedoch auch, dass Niacin einen echten Motivationsschub mit sich bringt und auch nach dem Training noch eine Weile für ein Hochgefühl sorgen kann. Bei manchen tritt nach zu hoher Dosierung der oben genannten Crash ein. Also auch hier… vorsichtig rantasten.

Fazit:
Booster sind für Kraftsportler eine wichtige Nahrungsergänzung. Das trifft allerdings nur dann zu, wenn man richtig damit umgeht. Wer zu jedem Training ein und denselben Booster konsumiert, wird schnell keine Wirkung mehr erzielen. Wer glaubt, viel hilft viel, wird ebenfalls schnell eines Besseren belehrt. Arbeitet euch langsam an verschiedene Produkte ran und ihr werdet merken was euch hilft und was eher eine mindere Wirkung hat. Booster sind leider sehr teuer und daher tauscht euch doch einfach unter Kollegen und Trainingspartnern aus. Ich probiere ständig neue Dinge aus und entdecke die unterschiedlichsten Wirkungen.

Text: The Shark
Daten: Webrecherche
Inhalt Booster: The Shark
Bilder: Pixabay